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Montag, 15. September 2008

Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt

NPD-Landesvorstand fast vollständig zurückgetreten

 

Am 8. September 2008 traten sieben der neun Vorstandsmitglieder des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der "Nationaldemokratischen Partei Deutschlands" (NPD) von ihren Ämtern zurück. Unter ihnen befanden sich auch die Mitte 2007 gewählte Landesvorsitzende Carola HOLZ und die stellvertretenden Landesvorsitzenden Jens BAUER und Judith ROTHE. Der amtierende Landesvorstand besteht derzeit lediglich aus dem stellvertretenden Vorsitzenden Matthias HEYDER und dem Beisitzer Rolf DIETRICH.

Mit der Wahl von Neonazis in den Landesvorstand setzten NPD und Neonazis ihre Zusammenarbeit in der "deutschen Volksfront von rechts" fort. Die Parteiführung betrieb die Einbindung des neonazistischen Lagers sowohl über ihre Aktivitäten als auch über ihre programmatischen Äußerungen.

In der Folge entwickelten sich in Teilen der Partei und im Landesvorstand Friktionen zwischen "alteingesessenen" NPD-Kadern und den neu hinzugekommenen Neonazis. Diese Friktionen, ein bereits eingetretener  Mitgliederrückgang und der Umstand, dass die bisherige Landesvorsitzende HOLZ im Landesverband umstritten ist, sie allgemein als "führungsschwach und wenig visionär" gilt, sowie die Tatsache, dass man ihr innerhalb der Partei nur geringes intellektuelles Potenzial zuspricht, zeitigten schließlich die aktuellen Rücktritte. Dazu beigetragen haben auch eine nach außen hin sichtbare Lähmung der Parteiarbeit und ein Klima von Desinteresse und Misstrauen innerhalb des Landesverbandes.

Dem verbliebenen stellvertretenden Landesvorsitzenden und gleichzeitigen Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Harz HEYDER wird wohl auch in Zukunft eine entscheidende Rolle innerhalb des Landesverbandes der NPD zukommen. Neuwahlen zum Landesvorstand dürften binnen weniger Monate stattfinden.