Durchsuchungsmaßnahmen bei der Heimattreuen Deutschen Jugend e.V. (HDJ)
Das Bundesministerium für Inneres hat gegen die Heimattreue Deutsche Jugend e.V. (HDJ) ein vereinsrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es bestehen tatsächliche Anhaltspunkte, dass sich der Verein gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik Deutschland richtet.
Im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens wurden am 09. Oktober bundesweite Durchsuchungen bei Funktionären und Mitgliedern der HDJ durchgeführt. In Niedersachsen wurden bei zehn HDJ-Aktivisten diverse Unterlagen, Computer und technische Geräte beschlagnahmt.
Der seit dem Jahr 2001 unter der Bezeichnung HDJ auftretende Verein entstand 1999 zunächst unter dem Namen "Die Heimattreue Jugend 1990 - Bund für Umwelt, Mitwelt und Heimat e.V. (DHJ)". Die Gründung der DHJ war die Folge eines Richtungsstreits, der sich 1988 im rechtsextremistischen "Bund Heimattreuer Jugend e.V. (BHJ)" vollzogen hatte.
Der Verein HDJ ist seit März 1990 im Vereinsregister von Plön (SH) eingetragen und hat seinen Bundessitz in Berlin.
Die HDJ bezeichnet sich selbst als volks- und heimattreue Jugendbewegung für alle deutschen Mädchen und Jungen. Die Aktivitäten des Vereins konzentrieren sich auf die Durchführung von Zeltlagern und Familientreffen, die der Ausbildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen im nationalistischen Sinne dienen sollen.
Bereits im September 2007 hatte das Bundesinnenministerium den Antrag des Bundesvorsitzenden der HDJ, Sebastian RÄBIGER, auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Tragen einheitlicher Kleidungsstücke gem. § 3 Abs. 2 Versammlungsgesetz abgelehnt, da die politischen, insbesondere den Nationalsozialismus verherrlichenden, Aktivitäten der HDJ deren jugendpflegerische Betätigung überwiege.
