Rechtsextremismus im Internet

Adelaide-Institute

Für Rechtsextremisten hat das Internet als Kommunikationsmittel eine zentrale Bedeutung erlangt. Die Gründe dafür sind vielschichtig:

  • Es lässt sich eine Vielzahl von Adressaten erreichen - und das ohne den hohen Kostenaufwand, wie er bei der Produktion und Verteilung von Broschüren und Flugblättern entstehen würde.
  • Rechtsextremisten gehen nur ein geringes Risiko der Strafverfolgung ein. Viele Seiten, die nach deutschem Recht strafbar sind, werden über ausländische Provider eingestellt.
  • Es können nicht nur Gleichgesinnte auf die Internetseiten zugreifen, sondern potenziell jeder Internetnutzer. Dadurch kommen Personen mit rechtsextremistischen Inhalten in Berührung, die sich über Publikationen nicht hätten ansprechen lassen. Sie können anonym auf rechtsextremistische Seiten zugreifen und müssen sich dafür nicht öffentlich rechtfertigen.

 

Insbesondere auf internetbegeisterte Jugendliche üben diese zum Teil interaktiv ausgerichteten Seiten eine besondere Faszination aus. Der Einstieg in rechtsextremistische Zusammenhänge ist leicht möglich, Gleichgesinnte sind schnell gefunden. Rechtsextremisten und Interessenten wird durch die Kommunikation in Foren ein neues Wir-Gefühl vermittelt. Die Verfassungsschutzbehörden beobachten deshalb seit einigen Jahren verstärkt Internetseiten von Rechtsextremisten. Ziel ist es, junge ungefestigte Menschen davor zu schützen, über das Internet in die Szene abzugleiten.

Die Anzahl der von Rechtsextremisten betriebenen Homepages bezifferte das Bundesamt für Verfassungsschutz für Ende 2006 auf 1.000 Seiten.

 

Inhalte

Musikportal

Im Internet sind alle wesentlichen rechtsextremistischen Parteien und Organisationen, Kameradschaften und Publikationen vertreten. Vor allem die rechtsextremistische Musikszene weiß das Internet als Werbe- und Informationsnetz zu nutzen. Viele der bekannten Skinhead-Bands betreiben eine eigene Homepage. Neben der Selbstdarstellung und dem Vertrieb eigener Produkte bieten sie auch Liedtexte und Musikstücke zum Probehören als MP3-Datei zum Download an.

Stark frequentiert werden nationale Diskussionsforen und Chat-Rooms. Für den Zusammenhalt der Szene haben sie einen großen Stellenwert. Das Internet bietet die Möglichkeit, in abgeschotteten, durch Passwort geschützten Bereichen miteinander zu kommunizieren. Zum Teil gelingt es Rechtsextremisten auf diese Weise, Organisationsverbote zu unterlaufen und Kontakte bis auf die internationale Ebene zu knüpfen. Derzeit gibt es weit über 30 nationale Foren, einschließlich internationaler Foren mit deutscher Sektion. In den meisten Foren ist die rechtsextremistische Musik das beherrschende Thema. Die für Musikthemen wichtigsten deutschen Foren sind "Wikingerversand Forum" und das "Thiazi-Forum" mit jeweils ca. 1.150 und 10.500 aktiven Nutzern.

CD-Cover Lunikoff-Verschwörung

Auch für den Szene-Versandhandel hat das Internet eine zentrale Bedeutung erlangt. Denn die ständige Erreichbarkeit der Online-Shops und die geringen logistischen Anforderungen ermöglichen es dem Handel, seine Szene-Artikel effizient und weit zu verbreiten. Das Warenangebot reicht von Tonträgern über szenetypische Kleidung bis hin zu Accessoires.

 

Zur Situation in Ihrem Bundesland klicken Sie bitte den jeweiligen Link an und folgen Sie den Verweisen.

 

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