Rechtsextremistische Musik

Rechtsextremistische Musik ist seit Jahren das verbindende Element innerhalb der rechtsextremistischen Subkultur. Musikalische Aggression, instrumental und verbal, verbindet die gefestigte Szene und verleitet unpolitische, gewaltgeneigte Mitglieder diffuser Jugendcliquen zum Einstieg.

In den Liedtexten werden das Selbstverständnis und die Abgrenzung vom "Rest der Gesellschaft" ebenso propagiert wie neonationalsozialistische Ideologiefragmente, Rassismus, Antisemitismus und Verherrlichung von Gewalt.

Im Skinhead-Fanzine "Unsere Welt" äußert sich ein Szene-Angehöriger zur Bedeutung der Musik:

"Meiner Auffassung nach dient unsere Musik doch nur einem Zweck. Das Gegensteuern gegen das multikulti verdorbene Establishment mit der typischen Waffe der Jugend, Musik! (...) Unsere Musik ist ein Teil Subkultur und kein Big Business. (...) und bleiben wir politische Soldaten, mit dem Hang zu guter Musik." (Schreibweise wie im Original, Ausgabe Nr. 8, S. 4) 


Strukturen

Produktion und Vertrieb rechtsextremistischer Musik nehmen stetig zu. Etwa 150 deutsche rechtsextremistische (Skinhead-)Musikgruppen sind derzeit aktiv, d. h. sie produzieren CDs und treten im In- und Ausland bei Konzerten auf. Da der Skinhead-Subkultur in der Regel feste organisatorische Strukturen fremd sind, haben besonders Konzerte für die Szene eine hohe Bedeutung, um Kontakte zu knüpfen und das "Wir-Gefühl" zu stärken. Neben dem Kauf von CDs auf Konzerten besteht zudem die Möglichkeit, bei einem der zahlreichen Vertriebe und Versandhäuser - zumeist über das Internet - CDs sowie weitere Szene-Artikel (Kleidung, Bücher, Aufnäher etc.) zu erwerben.